Josef Haas mit den Gewinnern des Haas-Cups.
„Josef Haas war für mich der Inbegriff einer Seele von Mensch“ – Bruni Mayer

Handwerk für die Zukunft – Josef Haas und die Josef-Haas-Stiftung

Wenn in der Berufsschule Pfarrkirchen das Geräusch von Sägen durch die Flure hallt und eine Gruppe junger Menschen zwischen Holzspänen ihre Werkstücke diskutiert, dann ist man mittendrin in der Josef-Haas-Lehrwerkstatt – und mitten im Erbe, das Josef Haas dem Handwerk und seiner Heimat hinterlassen hat. „Förderung und Ausbildung für Zimmerer, Schreiner und für sozialbenachteiligte Menschen, das war sein großes Anliegen“, erklärt seine Witwe Barbara Haas. In der Woche des Josefstags blicken wir auf das Wirken von Josef Haas zurück.

Josef Haas mit Lehrlingen

Josef Haas mit Lehrlingen

In der Josef-Haas-Werkstatt, 2012.

In der Josef-Haas-Werkstatt, 2012.

Wie sein älterer Bruder Xaver lernt auch Josef in der väterlichen Zimmerei und macht im Anschluss seinen Meister. 1976 tritt er ins Unternehmen seines Bruders ein. Doch Josef Haas wird von einem Schicksalsschlag zurückgeworfen, als er auf dem Weg zu einer Baustelle einen schweren Autounfall erleidet. Über mehrere Wochen liegt er im Koma. Aber Haas lässt sich nicht unterkriegen: Er kehrt ins Familienunternehmen zurück, übernimmt nun mehr innerbetriebliche Aufgaben und engagiert sich in Fachverbänden. Auch privat, egal ob im Roten Kreuz, der Falkenberger Feuerwehr oder dem Sportclub Falkenberg – überall ist er mit viel Einsatz dabei.

Sein besonderer Fokus liegt auf einem Gebiet, das noch heute für das Unternehmen zentral ist: der Nachwuchsförderung. Josef Haas versteht früh, wie wichtig es ist, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. 1996 verwirklicht er sich hierfür einen besonderen Traum, als er gemeinsam mit seiner Frau seine Stiftung ins Leben ruft. „Schon als ich ihn kennengelernt habe, hat er gesagt, dass er gerne eine Stiftung gründen möchte,“ erinnert sich Barbara Haas. Die Aus- und Weiterbildung junger Erwachsener in holzverarbeitenden Handwerksberufen wird gefördert, besonders begabte Absolventen werden mit Stipendien unterstützt. „Diesen Anreiz braucht es, denn wir brauchen gut ausgebildete Handwerker – jetzt mehr denn je“, weiß auch Barbara Haas.
So setzt sich Josef Haas für die Zukunft des Handwerks ein, besonders in seiner Heimat. „Die Stiftung ist dem Landkreis und der Berufsschule wirklich zugutegekommen,“ erklärt Bruni Mayer, ehemalige Landrätin im Rottal-Inn-Kreis und Kuratoriumsmitglied der Stiftung. Um die langjährige Unterstützung zu würdigen, wird 2008 die Josef-Haas-Lehrwerkstatt an der Berufsschule eingerichtet. „Da war er auch ein bisschen stolz drauf, dass die Werkstatt seinen Namen trägt“, so Barbara Haas. 2014 wird Josef Haas für sein Engagement im Bereich der Aus- und Weiterbildung in der Region das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Im Juli 2021 ist Josef Haas im Alter von 67 im Kreis seiner Familie verstorben. Viele Wegbegleiter aus der Haas-Belegschaft und der Holzbranche behalten Josef Haas in freundschaftlicher Erinnerung. Mit seiner Stiftung lebt sein Andenken weiter.

Bundestverdienstkreuz Verleihung, 2014.

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, 2014.

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